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Marxismus im Dialog

 

Antonio Gramscis Konzept der «Zivilgesellschaft» hat Hochkonjunktur. Doch je häufiger der Begriff Verwendung findet, desto diffuser erscheint sein Inhalt.

Wir diskutieren mit Werner Seppmann, Dienstag, 17. April 2007, 19:00 Uhr, EineWeltHaus, Schwanthalerstr. 80

«Zivilgesellschaft» zwischen Macht und Mythos

Das Konzept der «Zivilgesellschaft» geht auf Antonio Gramsci zurück. Antonio Gramsci war Mitbegründer der Italienischen Kommunistischen Partei und einer der bedeutendsten marxistischen Theoretiker. Am 27.April 1937 ist er in den Kerkern des italienischen Faschismus verstorben.

Häufig wird «Zivilgesellschaft» definiert, als eine Vielfalt gesellschaftlicher Gruppen, Initiativen und Bewegungen, die weitgehend unabhängig von staatlichen Institutionen wirken. Anerkennen der Grundsätze des bürgerlich-demokratischen Gesellschaftsmodells gehören nach diesen Vorstellungen ebenso zu den zivilgesellschaftlichen Prinzipien wie ein konsequentes Agieren nach dem Legalitätsprinzip und eine aus der Akzeptanz des staatlichen Gewaltmonopols resultierende Gewaltlosigkeit in den eigenen Handlungsansätzen. „Die Gesellschaft verändern, ohne die Macht zu erobern", ist eine auf diesem Verständnis basierende Strategie.

Für Antonio Gramsci hingegen war die «Zivilgesellschaft» eine vorgeschobene Bastion kapitalistischer Machtentfaltung. Der Ausgangspunkt seiner Überlegungen war immer wieder die Oktoberrevolution. Er stellte sich die Frage, warum die Revolution im relativ rückständigen Russland siegte, im wirtschaftlich und kulturell höher entwickelten Westeuropa aber scheiterte. Gramscis Antwort auf diese Frage ist beinahe zum Klassiker-Zitat geworden: „Im Osten war der Staat alles, die Zivilgesellschaft war in ihren Anfängen und gallerthaft; im Westen bestand zwischen Staat und Zivilgesellschaft ein ausgewogenes Verhältnis, und beim Wanken des Staates entdeckte man sogleich eine robuste Struktur der Zivilgesellschaft. Der Staat war nur ein vorgeschobener Schützengraben, hinter welchem sich eine robuste Kette von Festungen und Kasematten befand..."

 

Marxismus im Dialog

Referat Harald Neubert
"Voraussetzungen und Bedingungen eines antikapitalistischen Fortschritts in Richtung Sozialismus"

 


 

Marxismus im Dialog

Referat Elmar Treptow
"Soziale Gerechtigkeiten in der Perspektive dialektischer Philosophie
"

 



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